Verschlusszeit = Belichtungszeit

Die Belichtungszeit ist für 3 Dinge wichtig:

  1. Die Belichtungszeit regelt, wie lange Licht auf den Bildsensor fällt. Das heißt ob auseichend, zu viel oder zu wenig Licht für eine korrekt belichtete Aufnahme vorhanden ist.
  2. Je länger die Belichtungszeit, umso größer die Gefahr. daß eine Aufnahme aus der Hand scharf oder verwackelt (unscharf) wird. Bei langer belichtungszeit, sollte man ein Stativ verwenden.
  3. Die Belichtungszeit ist je nach Motiv für die Aussage notwendig (will ich bewegtes Wasser eingefroren oder fließend zeigen).

Die Angabe der Belichtungszeit erfolgt in Sekunden. Normalerweise nutzt man Belichtungszeiten, die nur einen Bruchteil einer Sekunde haben (Belichtungszeiten von 1/60 oder 1/200 Sekunde)
Belichtungszeit = Kehrwert der Brennweite Beispiel: 50 mm Brennweite, mindestens 1/50 . Diese Regel gilt für Fotomotive (Objekte), die sich nicht bewegen (oder nur wenig).

Mit einem Bildstabilisator hat man etwa 2–3 Blendenstufen (siehe Kapitel Blende) mehr Puffer. In Zeit ausgedrückt: Fotografiere ich mit einem 200 mm Objektiv, würde ich ohne Bildstabilisator 1/200 s benötigen; davon 2 Blendenstufen runter (Kapitel Blende: jeweils 1 Blendenstufe halbiert die Zeit) sind dann also scharfe Aufnahmen mit 1/200 * 1/2 * 1/2 = 1/50 s bei einer Brennweite von 200 mm noch möglich.

Zum fotografieren bewegter Objekte sollte die Geschwindigkeit der Eigenbewegung der zu fotografierenden Objekte, die Bewegungsrichtung und den Abstand zum Objekt berücksichtigt werden

= Geschwindigkeit des Objekts + Bewegungsrichtung + Abstand

Verschlusszeiten bei Bewegung
in Relation zur Kamera bei 250 km/h
Verschlusszeit
durch Bildfeld (90° zur Kamera) 1/5000 s
diagonal (45° zur Kamera) 1/2500 s
Richtung Kamera 1/1250 s

Für extrem lange und sehr kurze Belichtungszeiten gibt es auch Bezeichnungen:

  • Bei Werten kürzer als 1/5000 s spricht man von Kurzzeitfotografie
  • Bei Werten länger als 5 s spricht man von Langzeitbelichtung

Wenn für das Fotomotiv die Belichtungszeit ausschlaggebend ist (weil man eine Bewegung z. B. einfrieren möchte), dann sollte man an der Kamera die Belichtungszeit festgelegen.

Man verwendet die Blendenautomatik – nun kann man die Verschlusszeit selbst wählen und die für diese Lichtsituation, bzw. Belichtungszeit passende Blende wird von der Kamera automatisch bestimmt.

In Kombination der Blende (wie viel Licht) und der Belichtungszeit (wie lange Licht einfällt) wird nun die „Menge an Licht“ geregelt.

 

2 Responses

  1. Hallo Cordula,

    die Berechnung 1/Brennweite für verwacklungsfreie Aufnahmen galt für analoge und digitale Vollformatkameras mit „normaler“ Auflösung. Für Kameras mit APS-C – Sensor sollte der „Cropfaktor“ berücksichtigt werden, da die gefühlte Brennweite ca. 1,5 mal länger ist. Also lautet die Formel 1/(1,5*Brennweite).

    Viele Grüße

    Dirk

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